Thüringen – Landtagswahl 2014 – Wohnraum

Beschreibung:

Viele junge Menschen beginnen ein Studium außerhalb ihrer Heimatstadt. Die Suche nach einer Wohnung in Universitätsnähe gestaltet sich in vielen Hochschulstädten als schwierig. Das Angebot an kurzfristig verfügbarem Wohnraum ist oft zu niedrig, die Mieten zu hoch und eine Besichtigung aus der Ferne zu vereinbaren schwierig. Viele Studierende möchten daher gerne in einem Studentenwohnheim leben. Doch die Nachfrage nach diesen Plätzen ist hoch und die Wartelisten sehr lang. Aktuell wohnen in Deutschland rund 8,16 % Prozent aller Studierenden in Wohnheimen des Deutschen Studentenwerkes.[1]

In Deutschland werden die meisten Wohnheime von Studentenwerken betrieben. Weitere Angebote werden durch kirchliche Trägerschaften sowie in manchen Fällen auch durch Stiftungen bereitgestellt.

Im Wintersemester 2012 gab es für 14,51 % der Studierenden in Thüringen einen Wohnheimplatz vom Studentenwerk.[2] Damit liegt Thüringen über dem bundesweiten Durchschnitt, aber vor allem in Erfurt und Jena werden immer höhere Mieten beklagt.

Das Geld für Studentenwohnheime kommt von den Mitteln für den sozialen Wohnungsbau. Seit der letzten Föderalismusreform sind die Bundesländer für den sozialen Wohnungsbau verantwortlich. Der Bund zahlt noch bis 2019 Kompensationszahlungen an die Länder, die in den sozialen Wohnungsbau fließen sollen. Allerdings wird das Geld in einigen Ländern zweckentfremdet, um andere Haushaltlücken zu stopfen, sodass der soziale Wohnungsbau auf der Strecke bleibt.

Wie wollen die Parteien diesem Problem begegnen?

 

CDU:

„Wir werden mit gezielten Förderungen unter anderem des Thüringer Studentenwerkes und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften sowie durch privatwirtschaftliches Engagement mehr bezahlbaren studentischen Wohnraum in den Universitätsstädten schaffen. Wir fordern die Universitätsstädte nachdrücklich auf, Konzepte zum Bau von mehr studentischem Wohnraum zu entwickeln. Wir wollen, dass in den nächsten Jahren mindestens 1.500 neue Wohnheimplätze an den Thüringer Hochschulstandorten entstehen.“[3]

 

Die LINKE:

„Zentral ist zudem, den studentischen Wohnraum in Verantwortung des Studentenwerkes nachhaltig zu erweitern, psychosoziale Betreuungsangebote auszubauen und die Finanzierung des Studentenwerkes abzusichern.“[4]

 

SPD:

„Die Kapazität und die Qualität der Wohnheimplätze und Cafeterien sowie der Beratungsangebote sollen mit der steigenden Zahl und den gewandelten Bedürfnissen von Studierenden mithalten. Mit einem Bund-Länder-Programm wollen wir das Angebot ausbauen und vorhandene Einrichtungen modernisieren.“[5]

 

FDP:

„Wenn sich Kommunen und der Freistaat Thüringen für die Aufwertung ihrer Hochschulstandorte einsetzen und sich darum bewerben, diese als Eliteuniversitäten zu fördern, müssen die dann entstehenden Infrastruktur- und Wohnungsmarktprobleme von vornherein berücksichtigt und Lösungsvorschläge dafür erarbeitet werden: Die Infrastruktur, insbesondere der ÖPNV, muss im Rahmen eines integrierten Mobilitätsmanagements gezielt aus- und umgebaut werden, um auch Wohnlagen am Stadtrand attraktiv werden zu lassen und so den innerstädtischen Wohnungsmarkt in Campusnähe zu entlasten. Außerdem gilt es, das Wohnen in Wohngemeinschaften gezielt zu fördern – durch z.B. Steuererleichterungen beim Um- und Neubau sowie die Halbierung der Abschreibedauer auf 25 Jahre für den erwünschten Wohnungsbau.“[6]

 

Bündnis 90/Die Grünen:

„In Städten mit Wohnungsknappheit setzen wir uns dafür ein, in Bebauungsplänen einen bestimmten Anteil für Sozialwohnungen festzuschreiben oder Grundstücke günstig an Investoren und Interessierte zu verkaufen.“[7]

 

AfD:

Keine Aussage[8]

 


  1. https://www.studentenwerke.de/sites/default/files/10_ZSP_2012_2013_Internet.pdf
  2. https://www.studentenwerke.de/sites/default/files/10_ZSP_2012_2013_Internet.pdf
  3. https://www.epenportal.de/web/datapool/storage/files100915/LTW_2014/Th%C3%BCringenplan.pdf S. 36
  4. http://www.die-linke-thueringen.de/fileadmin/LV_Thueringen/dokumente/ltw_2014/LinkeTHU_LTW_Langwahlprogramm_web.pdf S. 33
  5. http://spdnet.sozi.info/thueringen/dl/regierungsprogramm-2014.pdf S. 26
  6. http://www.thueringen-entscheidet.de/sites/default/files/uploads/2014/08/04/wahlprogrammfdpthueringen_0.pdf S.64
  7. http://gruene-thueringen.de/sites/gruene-thueringen.de/files/benutzer/erben/web_programm.pdf S. 70
  8. http://afd-thueringen.de/wp-content/uploads/sites/2/2014/07/AfD_Thueringen_Wahlprogramm.pdf