Thüringen – Landtagswahl 2014 – Wissenschaftliche Karriere

Beschreibung:

Nach dem Studium noch eine Promotion? Vor dieser Frage stehen viele Studierende und Absolventen. Endlich in den Beruf zu starten ist vielen Studierenden wichtig – doch wie attraktiv ist die Wissenschaft als Beruf? Hochschulen und externe Forschungsinstitute sind große Arbeitgeber, die mit anderen staatlichen Einrichtungen und natürlich den Arbeitgebern aus der Wirtschaft konkurrieren. Wissenschaft als Beruf wird einerseits mit viel Freiheit assoziiert: Man kann an Themen forschen, die einen interessieren und kann dabei seiner Neugier freien Lauf lassen und ist immer mit aktuellen Fragestellungen beschäftigt. In der Wirtschaft versprechen sich viele Studierende und Absolventen allerdings höhere Gehälter und vor allem: unbefristete Arbeitsverträge. An den Hochschulen sind kurze Vertragslaufzeiten eher Regel als Ausnahme. Ist das ein Zukunftsmodell oder sehen die thüringischen Parteien Änderungsbedarf?

 

CDU:

Keine Aussage[1]

 

Die LINKE:

„Eine hohe Qualität in Lehre und Forschung geht nur mit fairen Regeln für >>Gute Arbeit<< an den Hochschulen und dem konsequenten Zurückdrängen prekärer Beschäftigungsverhältnisse. Wir werden die Professorinnen- und Professorenbesoldung in diesem Rahmen wieder von leistungsbezogenen Elementen entkoppeln, um die Bedeutung von Drittmittelakquise und des ökonomischen Einflusses auch in dieser Hinsicht abzuschwächen. Wir wollen dafür sorgen, dass Dauerstellen für Daueraufgaben geschaffen und Beschäftigungsverhältnisse nach der Prämisse >>Gute Arbeit<< in finanziellen Verträgen zwischen Land und Hochschulen verankert werden. Zudem müssen für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte tarifrechtliche Regelungen auf Landesebene erarbeitet werden, darüber hinaus benötigen sie endlich eine personalrechtliche Vertretung – durch Anbindung an bestehende oder eigenständige Personalräte.“[2]

 

SPD:

„Wir werden uns über den Bundesrat für eine Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes einsetzen. Uns geht es um gute Arbeit in der Wissenschaft. Dazu wollen wir gesetzliche Mindeststandards für Befristungen schaffen. Bei Befristungen in der Qualifikationsphase muss gelten, dass das Qualifikationsziel innerhalb der Befristung zu erreichen sein muss. Gleichzeitig wollen wir die Gestaltungsspielräume der Tarifparteien durch die Aufhebung der Tarifsperre erhöhen.
Dem wissenschaftlichen Nachwuchs wollen wir klare, attraktive und planbare Karrierewege eröffnen, die den Eintritt in eine auf Dauer angelegte Tätigkeit in der Wissenschaft früher als derzeit ermöglichen. […] Die frühere Berufung von Nachwuchswissenschaftlern werden wir mit einem speziellen Förderprogramm unterstützen.“[3]

 

FDP:

„Die Hochschulen müssen ein Gleichgewicht zwischen der unbedingt notwenigen Flexibilität bei Nachwuchsstellen und den legitimen Interessen der Betroffenen finden. Ohne attraktive Arbeitsbedingungen werden unsere Hochschulen in Zukunft nicht in der Lage sein, exzellente Nachwuchswissenschaftler zu gewinnen und zu halten. Der derzeitige Zustand des Abbaus des sog. Akademischen Mittelbaus ist aus wissenschaftspolitischer Sicht unhaltbar! Es bedarf dringend akademischer Dauerstelllen, die eine gute Lehre durchweg und auf allen Gebieten garantieren können.

Die FDP Thüringen will:

–          Die Stärkung des Akademischen Mittelbaus.“[4]

 

Bündnis 90/Die Grünen:

„Statt möglichst viel Personal für wenig Geld einzustellen, willen wir GRÜNE dafür sorgen, dass mehr reguläre und unbefristete Arbeitsplätze geschaffen werden – vor allem dort, wo dauerhaft Lehr- und Prüfungsaufgaben erfüllt werden. In den Ziel- und Leistungsvereinbarungen setzen wir uns dafür ein, mit den Hochschulen verbindliche Übereinkommen zu treffen: zum Abbau prekärer Arbeitsverhältnisse und für gute Arbeit. Lehrbeauftragte sollen besser entlohnt werden und auch die Bezahlung sowie die personalrechtliche Vertretung studentischer Hilfskräfte wollen wir verbindlich regeln.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Qualifikationsphase sind auf Sicherheit und Planbarkeit angewiesen. Es bedarf daher strikterer Vorgaben für die Betreuung der Promotion und einer gesunden Balance zwischen Lehrverpflichtungen und Forschungszeit. Wir wollen mehr Junior-Professuren, denen zudem mehr als bisher die Möglichkeit zur Lebenszeitanstellung (Tenure Track) eingeräumt wird.“[5]

 

AfD:

„Der Freistaat Thüringen hat sich darum zu bemühen, daß mit dem Bund eine Kooperationsmöglichkeit gefunden wird, welche die langfristige Ausstattung mit Finanzmitteln sichert. Nur so schützen wir die Mitarbeiter vor mittlerweile üblichen Kurzzeit- und Honorarverträgen, hoher Arbeitsbelastung bei geringer Bezahlung und letztlich vor Abwanderung der qualifizierten Fachkräfte aus Thüringen in andere Bundesländer oder in zahlungskräftige Ausland.“[6]


  1. https://www.epenportal.de/web/datapool/storage/files100915/LTW_2014/Th%C3%BCringenplan.pdf
  2. http://www.die-linke-thueringen.de/fileadmin/LV_Thueringen/dokumente/ltw_2014/LinkeTHU_LTW_Langwahlprogramm_web.pdf S.32
  3. http://spdnet.sozi.info/thueringen/dl/regierungsprogramm-2014.pdf S.26
  4. http://www.thueringen-entscheidet.de/sites/default/files/uploads/2014/08/04/wahlprogrammfdpthueringen_0.pdf S.13f
  5. http://gruene-thueringen.de/sites/gruene-thueringen.de/files/benutzer/erben/web_programm.pdf S.43
  6. http://afd-thueringen.de/wp-content/uploads/sites/2/2014/07/AfD_Thueringen_Wahlprogramm.pdf S.13