Schleswig-Holstein – Landtagswahl 2017 – Wohnraum

Beschreibung:

Viele junge Menschen beginnen ein Studium außerhalb ihrer Heimatstadt. Die Suche nach einer Wohnung in Hochschulnähe ist nicht einfach. Das Angebot an kurzfristig verfügbarem Wohnraum ist oft zu niedrig, die Mieten in den zentralen Lagen zu hoch und eine Besichtigung aus der Ferne zu vereinbaren schwierig. Viele Studierende möchten daher gerne in einem Studierendenwohnheim leben. In Deutschland werden die meisten Wohnheime von Studierendenwerken betrieben. Weitere Angebote werden durch kirchliche Trägerschaften sowie in manchen Fällen auch durch Stiftungen bereitgestellt. Die Nachfrage nach diesen Plätzen ist hoch und die Wartelisten sehr lang. Im Wintersemester 2015/2016 wohnten in Deutschland 7,77% Prozent aller Studierenden in Wohnheimen des Deutschen Studentenwerkes.

Schleswig-Holstein liegt in dabei deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. 2015 gab es lediglich für 5,6% der Studierenden einen Wohnheimplatz vom Studentenwerk. [1]

Das Geld für Studierendenwohnheime kommt von den Mitteln für den sozialen Wohnungsbau. Seit der letzten Föderalismusreform sind die Bundesländer für den sozialen Wohnungsbau verantwortlich. Der Bund zahlt noch bis 2019 Kompensationszahlungen an die Länder, die in den sozialen Wohnungsbau fließen sollen. Allerdings wird das Geld in einigen Ländern zweckentfremdet, um andere Haushaltlücken zu stopfen, so dass der soziale Wohnungsbau häufig auf der Strecke bleibt. Gleichzeitig steigen die Mieten in den Berlin für WG-Zimmer und kleine Wohnungen.

Wie wollen die Parteien in Schleswig-Holstein mehr studentischen Wohnraum schaffen?

 

CDU:

„Wir werden […]mehr Wohnheimplätze an den Standorten der Hochschulen schaffen;“ S. 32/33 [2]

 

SPD:

„Deshalb stellen wir die notwendigen Fördermittel zur Verfügung, um mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende und Azubis zu schaffen. Bis 2022 sollen so 2 000 zusätzliche Wohnmöglichkeiten entstehen. Dabei sollen Studentenwohnheime möglichst im Quartier bzw. im Stadtteil errichtet werden, in dem die Hochschulen oder einzelne Fakultäten/Fachbereiche der Hochschulen angesiedelt sind, um eine Belebung im Quartier bzw. Stadtteil zu unterstützen.“ S. 19 [3]

 

Grüne:

„Gemeinsam mit den Hochschulstädten müssen die Initiativen für mehr günstigen Wohnraum ausgebaut werden. Das Studentenwerk Schleswig-Holstein ist dabei unser Partner und wird von uns unterstützt. Wir begünstigen den Bau integrierter Wohnheime auf den Hochschulcampi. Studentisches Wohnen wird mit Unterkünften für Geflüchtete kombiniert.“ S. 56 [4]

FDP:

„Zudem wollen wir die Zahl der Wohnheimplätze erhöhen, da diese bisher in Schleswig-Holstein viel zu gering ist. Dies kann jedoch immer nur für einen Teil der Studierenden ein Angebot sein. Deshalb wollen wir durch eine bessere Wohnungsbaupolitik und entsprechende Bündnisse mit den Kommunen für mehr bezahlbaren Wohnraum insbesondere an den Hochschulstandorten sorgen.“ S. 28 [5]

 

Piraten:

“Konkret fordern wir eine Kappungs- und Mietpreisbremse für die Insel- und Bädergemeinden, das Hamburger Umland und die Universitätsstädte Flensburg, Kiel und Lübeck samt ihrem Umland. Außerdem muss das Land Kommunen mit Wohnraummangel die Möglichkeit geben, gegen Leerstehenlassen, Verfallenlassen oder Zweckentfremdung von Wohnraum vorzugehen.“ S. 66 [6]

 

SSW:

„Wir wollen in den Hochschulstädten den Bau von Wohnungen für Studierende und Auszubildende fördern, um den Druck vom kostengünstigen Segment im lokalen Wohnungsmarkt zu nehmen.“ S. 10

„Wir wollen durch Bereitstellung von Fördermitteln neue Wohnheime und bezahlbaren Wohnraum für Studierende und Auszubildende schaffen, um den Druck vom kostengünstigen Segment im lokalen Wohnungsmarkt zu nehmen.“ S. 23 [7]

 

LINKE:

„In den Universitätsstädten des Nordens muss in Kooperation mit den Gemeinden dafür gesorgt werden, dass die Wohnheimplatzquote zumindest dem bundesdeutschen Durchschnitt entspricht.“ S. 11

„Bezahlbaren Wohnraum schaffen. Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und den Wohnungsmarkt insgesamt zu entlasten, müssen Wohnheimangebote für mindestens 33 Prozent der Studierenden geschaffen werden.“ S. 21 [8]

 

LKR:

Keine Aussage [9]

 


  1. https://www.studentenwerke.de/sites/default/files/studentenwerk_2015_2016_internet.pdf
  2. https://www.cdu-sh.de/sites/www.cdu-sh.de/files/downloads/wahlprogramm_cdush_2017_web.pdf
  3. https://www.spd-schleswig-holstein.de/wp-content/uploads/2017/01/Wahlprogramm-SPD-Schleswig-Holstein-2017-2022.pdf
  4. http://sh-gruene.de/files/ltw-programm2017_final_web_klein.pdf
  5. http://www.fdp-sh.de/sites/default/files/uploads/2017/03/10/wahlprogramm-fdp-schleswig-holstein-final-20170228-programmentwurf-version-09-ansicht-04.pdf
  6. http://landesportal.piratenpartei-sh.de/wp-content/uploads/2016/08/Wahlprogramm-PPSH-zur-Landtagswahl-2017_Stand-2016-08-08.pdf
  7. http://ssw2017.de/fileadmin/user_upload/pdf/SSW-Wahlprogramm-net.pdf
  8. https://www.linke-sh.de/wp-content/uploads/2017/02/Programm-zur-Landtagswahl-2017_DIE-LINKE.-Schleswig-Holstein.pdf
  9. http://lkr.sh/wp-content/uploads/sites/15/2017/04/Landtagswahlprogramm-SH_V5.pdf