Schleswig-Holstein – Landtagswahl 2017 – Karriereperspektiven

Beschreibung:

Mit der Frage „Was will ich eigentlich mal beruflich machen?“ setzen sich alle Studierenden früher oder später Mal auseinander.

In die Wissenschaft zu gehen ist für manche Studierenden eine faszinierende Perspektive. Doch wie sehen die Arbeitsumstände von angehenden und bereits etablierten Wissenschaftlern aus? Kurze Vertragslaufzeiten und eine schlechte Entlohnung für ein hohes Arbeitspensum sind die häufigsten Kritikpunkte. Die Gehälter sind im Vergleich mit einer Tätigkeit in der Wirtschaft gering und Arbeitsverträge, die teilweise nur über ein Semester laufen, lassen kaum Planungssicherheit zu.

Doch nicht jeder Absolvent möchte nach dem Abschluss weiter an der Hochschule arbeiten. Viele zieht es in die freie Wirtschaft. Einige Hochschulen pflegen gute Kontakte zu Unternehmen, sodass auch Studierende, die nicht weiterhin an der Hochschule arbeiten wollen, direkt eine Perspektive bekommen.

Ein anderer Weg ins Berufsleben zu starten ist, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Um Gründungen zu fördern, richten immer mehr Hochschulen Gründerzentren ein oder bauen ihre Technologietransferstellen aus.

Hochschulen haben also vielseitige Möglichkeiten ihren Studierenden Jobperspektiven zu bieten.

Aber was wollen die Parteien in Schleswig-Holstein machen, um die verschiedenen Karriereoptionen für Studierende attraktiver zu gestalten?

 

CDU:

„Wir werden […]

  • die neu eingerichteten Promotionskollegs nach angemessener Zeit evaluieren
  • ermöglichen, dass Promotionsmöglichkeiten an Fachhochschulen durch Zweitmitgliedschaften von forschungsstarken Fachhochschuldozenten ausgebaut werden
  • […]
  • uns zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dafür einsetzen, dass für qualifizierte Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren eine Universitätsprofessur mit Verstetigungsoption zur Verfügung steht“ S. 32/33

„Wir werden […]

  • Aktivitäten wie z.B. das Zentrum für Entrepreneurship an der Kieler Universität unterstützen und weiterentwickeln“ S. 34

„Wir werden

  • die vielfältigen technologischen Kompetenzen an den Hochschulen verstärken, um Ansiedlungswillige einzubinden und der Startup-Szene neue Impulse zu geben;
  • […]
  • besondere und höhere Förderquoten für Forschung und Entwicklung für neu in Schleswig-Holstein angesiedelte Betriebe in den ersten fünf Jahren bereitstellen;
  • das Netzwerk und die Förder- und Beratungskapazitäten für innovative Startup Unternehmen zusammen mit den Hochschulen ausbauen und neue Plattformen für die Präsentation von Startup-Ideen aus Schleswig-Holstein entwickeln. S. 61/62 [1]

 

SPD:

„Wir wollen gute Arbeitsbedingungen an unseren Hochschulen. Deshalb werden wir befristete Arbeitsverhältnisse reduzieren. Wir unterstützen Obergrenzen für Personalkosten statt starrer Stellenpläne. Voraussetzung ist, dass sich die Landesrektorenkonferenz und die zuständigen Gewerkschaften einigen. Auch die Arbeitsbedingungen der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte sind uns wichtig. Daher werden wir uns dafür einsetzen, dass die Studierenden im Personalrat eine Vertretung erhalten, welche sich explizit für die Forderungen der Studierenden einsetzt.“ S. 36

„Wir haben ein neues „Promotionskolleg Schleswig-Holstein“ geschaffen. Damit schaffen wir neue Karrierechancen an den Fachhochschulen. Wir wollen sie weiter stärken.“ S. 37

„Existenzgründerinnen und Existenzgründer sind der Mittelstand von morgen – auch im ländlichen Raum. Deshalb wollen wir sie auf verschiedenen Ebenen fördern: von der Ausgründung aus den Hochschulen bis zur Unternehmensnachfolge im Handwerk.

Individuelle Fördermöglichkeiten in der Vorgründungs- und Gründungsphase sind besonders wichtig, um Geschäftsideen für die Praxis reif zu machen. Diese stellen wir bereit. Dazu gehören Gründungsstipendien, Mikrokredite, Existenzgründungzuschüsse, die Unterstützung der bestehenden Technologiezentren sowie die Bereitstellung von privatem Wagniskapital. S. 40/41 [2]

 

Grüne:

„Wir wollen durch weitere Reformen im Bund die prekäre Beschäftigungssituation des wissenschaftlichen Mittelbaus weiter angehen. Wir werden darauf achten, dass sich die Hochschulen Verhaltenskodizes für gute Beschäftigungsverhältnisse insbesondere für befristete Beschäftigte geben.

Gleichzeitig werden wir die Gleichstellung von Frauen an der Hochschule vorantreiben und die Berufung von mehr Professorinnen unterstützen. Dazu gehört auch, die Vereinbarkeit von Forschung, Lehre und Familie weiter zu verbessern und familienfreundliche Rahmenbedingungen bereits für das Studium sowie die Promotion und Habilitation zu schaffen.“ S. 55

„Wir wollen Gründerzentren an allen Hochschulcampi im Land ausbauen und stärken. Es gilt, die Wirtschaftsförderung des Landes stärker auf Nachhaltigkeit und Innovation auszurichten.

Gemeinsam mit Gründungszentren, Wirtschaftsverbänden, Handelskammern, Hochschulen und Startups wollen wir ein Gründerstipendium entwickeln, mit dem Gründer*innen in skandinavischen und baltischen Ländern Erfahrungen sammeln können.

Gerade sozial-ökologische Ausgründungen mit nachhaltigen Geschäftsideen werden wir im Rahmen der bestehenden Wirtschaftsförderung beim Übergang von der Hochschule in die Geschäftswelt unterstützen. Das gilt auch für den weiteren Ausbau des Technologietransfers zwischen Hochschulen und Wirtschaft.“ S. 57 [3]

 

FDP:

„Wir werden die Hochschulen in die Lage versetzen, […] dem sog. akademischen Mittelbau, gerade weiblichen Mitarbeiterinnen, bessere Arbeitsbedingungen und Karrierechancen zu bieten.“ S. 27

„Wir werden […]

  • ein bürokratiefreies Jahr für Startups ermöglichen, damit sich die Gründer zunächst ganz dem Aufbau ihrer Unternehmung widmen können. Ferner muss das Hintergrundwissen für Startup Geschäftsmodelle in den landeseigenen Regulierungsstellen ausgebaut und ggf. durch externen Sachverstand aus der Wirtschaft z.B. in Form von Business Angel im Rahmen von verkürzten Genehmigungsverfahren verstärkt werden.“ S. 33
  • die Bemühungen an den Hochschulen im Bereich der Ausgründungen erheblich besser fördern und die Einrichtung zusätzlicher Lehrstühle und Zentren für Entrepreneurship unterstützen. Die Hochschulen und auch die Meisterschulen wollen wir zu echten Gründerzentren machen.
  • uns für die Schaffung eines BAföG-Systems für Gründer einsetzen und die vorhandenen Förderprogramme stärker für Nichtakademiker und „klassische“ Gründer in Mittelstand und Handwerk öffnen.“ S. 33/34 [4]

 

Piraten:

„Der Technologietransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen bzw. Neugründungen muss vereinfacht werden. Neue Ideen werden oft an Universitäten geboren, der Weg bis zur „Marktreife“ ist oft lang und steinig. Die schnelle Überführung dieser Ideen in die Wirtschaft schafft zum einen Arbeitsplätze und stärkt zum anderen den Technologiestandort Schleswig-Holstein.“ S. 61 [5]

 

SSW:

„Wir wollen das Konzept der „guten Arbeit“ auch an den Hochschulen umsetzen. Dazu gehören für uns auch erweiterte Mitbestimmungsmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Fortschritte bei der Entfristung von Arbeitsverträgen.“ S. 16 [6]

 

LINKE:

„Die Arbeitsbedingungen an den Hochschulen für die dort Beschäftigten müssen verbessert, befristete Verträge für das wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Personal entfristet werden. Wir wollen im Hochschulgesetz festschreiben, dass Daueraufgaben durch Dauerstellen erfüllt werden. Als Leitlinien für die Arbeitsbedingungen an Universitäten sieht DIE LINKE den Herrschinger Kodex und das Templiner Manifest der GEW an.“ S. 20/21 [7]

 

LKR:

„Damit die synergetische Wirkung der Forschungskooperationen zu Arbeitsplätzen in unserem Land führt, tritt die LKR für eine aktive Förderung von (Aus-) Gründungen im universitären Umfeld (auch in räumlicher Nähe zur Universität durch Ausweisung spezieller Gewerbezonen) sowie erleichterte Hochtechnologie Gründungen durch Bereitstellung von Anschubfinanzierungen ein.“ S. 16 [8]

 


  1. https://www.cdu-sh.de/sites/www.cdu-sh.de/files/downloads/wahlprogramm_cdush_2017_web.pdf
  2. https://www.spd-schleswig-holstein.de/wp-content/uploads/2017/01/Wahlprogramm-SPD-Schleswig-Holstein-2017-2022.pdf
  3. http://sh-gruene.de/files/ltw-programm2017_final_web_klein.pdf
  4. http://www.fdp-sh.de/sites/default/files/uploads/2017/03/10/wahlprogramm-fdp-schleswig-holstein-final-20170228-programmentwurf-version-09-ansicht-04.pdf
  5. http://landesportal.piratenpartei-sh.de/wp-content/uploads/2016/08/Wahlprogramm-PPSH-zur-Landtagswahl-2017_Stand-2016-08-08.pdf
  6. http://ssw2017.de/fileadmin/user_upload/pdf/SSW-Wahlprogramm-net.pdf
  7. https://www.linke-sh.de/wp-content/uploads/2017/02/Programm-zur-Landtagswahl-2017_DIE-LINKE.-Schleswig-Holstein.pdf
  8. http://lkr.sh/wp-content/uploads/sites/15/2017/04/Landtagswahlprogramm-SH_V5.pdf