Sachsen – Landtagswahl 2014 – Gründung und Technologietransfer

Beschreibung:

Öffentlich geförderte Forschung soll auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dieses Prinzip wird nicht nur im Bereich der Publikationen und Open Access diskutiert, sondern auch im Technologietransfer. Ideen, Forschungsergebnisse und Innovationen sollen aus den Hochschulen heraus in die Wirtschaft eingebracht werden und in Unternehmen zu einem Produkt weiterentwickelt werden. Im Wesentlichen gibt es für Technologien zwei Wege von der Hochschule in die Wirtschaft. Zum einen können Unternehmen und Hochschule kooperieren und gemeinsam an der Entwicklung eines Produktes arbeiten. Zum anderen können Unternehmen auf Basis von Forschungsergebnissen, Patenten und Ideen aus der Hochschule heraus neu gegründet werden („Spin-offs“). Zur Unterstützung von Unternehmensgründungen gibt es an manchen Hochschulen Gründerzentren (oder auch Technologietransferzentren), die Studierende und Forschende mit Unternehmergeist bei ihrer Gründung unterstützen.[1]
Wie stark welche Form des Technologietransfers von welcher Partei unterstützt wird könnt Ihr hier lesen.

CDU:

„Aus den großartigen Ideen der klügsten Köpfe sollen wo immer möglich gute Arbeitsplätze für viele Menschen im Freistaat werden. Wir sehen die Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der Pflicht, Strukturen für die Kommerzialisierung des generierten Wissens zu schaffen. Wir wollen ein Validierungsprogramm etablieren, mit dessen Hilfe Konzeptideen aus der Forschung zu einem tragfähigen Geschäftsmodell entwickelt werden können. Wir prüfen die Ausweitung von staatlichem Risiko- und Wachstumskapital. Bei der Auswahl sollen Technologietransferstellen und externe Finanziers mitwirken. Wir streben ein Inkubatorkonzept an, bei dem neben der Bereitstellung von Räumlichkeiten auch professionelle Begleitung in den Fragen Finanzierung, Unternehmensorganisation und wirtschaftlicher Verwertung garantiert sind.“[2]

Die LINKE:

„Im Unterschied zu großen Unternehmen in ökonomisch starken Ländern wie Baden-Württemberg oder Bayern, die ihre eigene Forschung und Entwicklung unterhalten, sind die sächsischen KMU kaum in der Lage, Kooperationen mit Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft und Forschung anbahnen und professionell betreiben zu können. Ihnen fehlen schlichtweg die finanziellen und personellen Kapazitäten für solche Vorhaben. Folglich sind die KMU, um innovativ zu sein und wachsen zu können, auf die Zusammenarbeit mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen angewiesen.

„Die Gründungsförderung in Sachsen wird auf die Unterstützung forschungs- und wissensbasierter, zukunftsorientierter sowie möglichst beschäftigungsintensiver Produkte und Dienstleistungen konzentriert. Dazu wird Start up-Unternehmen aus Praxis und Wissenschaft öffentliches Risikokapital zur Verfügung gestellt. Findet nach erfolgreicher Gründung und dem Erreichen der Gewinnzone eine Verlagerung des Unternehmenssitzes in ein andere (Bundes)Land statt, müssen die so geförderten Unternehmen eine Abschlagszahlung in Höhe von zehn Prozent des Unternehmenswertes an den Freistaat leisten.“[3]

FDP:

„Bewährte Förderprogramme zur Personalübernahme von Hochschulen in Unternehmen (Innovationsassistent) und zum Erwerb von geschütztem Know-how (Technologietransferförderung) werden wir fortführen.“

„Förderprogramme für Forschungsarbeiten, die auf die Kooperation mit Unternehmen (z.B. FuE-Verbundförderung) oder den Wissens- und Technologietransfer mit sächsischen Unternehmen (z.B. ESF-Nachwuchsforschungsgruppen) ausgerichtet sind, wollen wir stärker ergebnisorientiert gestalten und dies bereits während der Vorhabenzeit stärker inhaltlich prüfen.
Wir werden die Innovationsprämie für Unternehmen fortführen und um eine Transferprämie für Forschungseinrichtungen ergänzen. Sie unterstützt Wissenschaftseinrichtungen, die Machbarkeit einer Umsetzung von Forschungsergebnissen in Produkte oder Dienstleistungen nachzuweisen. Damit können Unternehmen gezielter für einen Wissens- und Technologietransfer gewonnen oder neue Unternehmen ausgegründet werden.
Gemeinsam mit dem Bund oder alleine werden wir die Wissenschaftseinrichtungen weiterhin bei der Sicherung, Bewertung und Verwertung von Patenten unterstützen, um dem Wissens- und Technologietransfer eine verlässliche Basis zu geben.
Wir unterstützen Initiativen, die Studenten und Wissenschaftlern unternehmerisches Know-how vermitteln und Ausgründungen fördern.“[4]

SPD:

„Besonderes Augenmerk legen wir auf die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Forschung. Hier besteht ein großes Potenzial, das bislang ungenutzt ist. Unser Ziel ist die Einrichtung regionaler Kooperationsbörsen sowie die Förderung von Technologiescouts. Die Technologie- und Gründerzentren an unseren Hochschulstandorten wollen wir im Dialog mit den Kommunen stärker als Inkubatoren für wissenschaftsnahe Ausgründungen ausrichten.“[5]

Bündnis 90/Die Grünen:

„Als Partner von GründerInnen wollen wir den Zugang zu Gründungskapital erleichtern und eine langfristig angelegte Beratung junger UnternehmerInnen sicher stellen. AbsolventInnen der Hochschulen, die den Start in die Selbstständigkeit wagen, wollen wir erfahrene MentorInnen an die Seite stellen. Dies gilt nicht nur für die technischen Studiengänge, sondern auch für Vorhaben aus den Bereichen Kreativwirtschaft, Dienstleistungen und Soziales. […] Wir setzen uns daher für Gründerwerkstätten ein, Räume – egal ob im Technologiezentrum oder in einem Wächterhaus – zum Erfahrungsaustausch und zur gemeinsamen Arbeit, vor allem für die Startphase von Unternehmen.“[6]

„Aufeinander abgestimmte Maßnahmen der Übernahme von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen, der Förderung von Existenzgründungen und des Aufbaus eines regional vernetzten Wissensmanagements können so finanziert werden.“[7]

NPD:

„Auf die Sparkassen ist dahingehend einzuwirken, an junge Mediziner besonders günstige Existenzgründungsdarlehen zu vergeben, wenn sie sich im Freistaat Sachsen zwecks Neugründung oder Übernahme einer Arztpraxis niederlassen.“[8]

 

AfD:

Keine Aussage[9]



  1. http://tu-dresden.de/forschung/wissens-_und_technologietransfer/unternehmensgruendungen 10.8.14
  2. https://www.epenportal.de/web/datapool/storage/files100474/Wahlprogramme/CDUSachsen_Regierungsprogramm_2014-2019.pdf, S. 30
  3. http://www.dielinke-sachsen.de/uploads/media/641305_LinkeSXA_Langwahlprogramm_140514_1.pdf, S. 6f
  4. http://fdp.tec.ito-web.de/cms/wp-content/uploads/2014/05/Sachsenprogramm2020_Beschluss2014.pdf, S. 20f
  5. http://spd-sachsen.de/wp-content/uploads/2014/07/Regierungsprogramm_Langversion_07.07.14_klein.pdf, S. 36
  6. http://www.gruene-sachsen.de/fileadmin/media/wahlen/2014ltw/programm/gruene-sn_programm-ltw2014.pdf, S. 10
  7. http://www.gruene-sachsen.de/fileadmin/media/wahlen/2014ltw/programm/gruene-sn_programm-ltw2014.pdf, S. 82
  8. http://www.npd-sachsen.de/wp-content/naweko/npd-wahlprogramm-sachsen/files/assets/common/downloads/Landtagswahlprogramm%20der%20NPD%20Sachsen.pdf, S. 36
  9. http://afdsachsen.de/download/AfD_Programm_Lang.pdf