Sachsen – Landtagswahl 2014 – FH Promotionsrecht

Beschreibung:

Fachhochschulen oder Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind aus dem deutschen – und natürlich auch dem sächsischen – Hochschulwesen nicht mehr wegzudenken. Sie liefern einen essentiellen Beitrag zur Lehre und in manchen Fällen auch zur Forschung. Durch das bessere Image der Fachhochschulen, treten diese auch selbstbewusster auf. Die Universitäten empfinden das Aufstreben der Fachhochschulen als Konkurrenz und wehren sich vehement gegen ein Promotionsrecht für Fachhochschulen. Professoren an Fachhochschulen haben selbst an einer Universität promoviert. Die Professoren an Fachhochschulen haben meist am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere an Universitäten promoviert, dürfen jedoch an den Fachhochschulen selbst keine Doktoranden ausbilden. Sie müssen ihre Absolventen an den Universitäten Promovieren lassen.[1] Absolventen von sächsischen Fachhochschulen können durch das sogenannte „kooperative Promotionsverfahren“ Promovieren. Hierbei ist der Erstgutachten ein Universitätsprofessor und ein Fachhochschulprofessor ist lediglich Zweitgutachter. Außerdem können für den FH-Absolventen zusätzliche Studienleistungen festgelegt werden. Dadurch müssen sie zum Beispiel Kurse aus dem Universitätsstudiengang belegen.[2]
Welche Partei den Fachhochschulen das Promotionsrecht ermöglichen will könnt Ihr hier lesen:

CDU:

Keine Aussage.[3]

Die LINKE:

„Um den Fachhochschulen die Qualifikation des eigenen wissenschaftlichen Nachwuchses zu ermöglichen, setzen wir uns für das Promotionsrecht für Fachhochschulen ein.“[4]

FDP:

„Fachhochschulen als Hochschulen für Angewandte Wissenschaften […] erhalten im Rahmen eines Modellprojektes ein eigenes partielles Promotionsrecht, sofern die Eignung des Promovenden und des betreuenden Forschungsbereiches den Standards der Universität entsprechen. Eine Evaluation dieses Projektes erfolgt nach fünf Jahren.“[5]

SPD:

„Die Nachwuchsgewinnung an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften über die kooperative Promotion soll durch den Aufbau von Kooperationsplattformen gestärkt werden.“[6]

Bündnis 90/Die Grünen:

„Das in vielen Fällen bewährte kooperative Promotionsverfahren wird den hervorragenden Forschungsleistungen einiger Fachhochschulen nur unzureichend gerecht. Wir wollen ergänzend dazu das Promotionsrecht für einzelne Fachbereiche von Fachhochschulen auf Vorschlag einer wissenschaftlichen Kommission hin ermöglichen.“[7]

NPD:

Keine Aussage.[8]

 

AfD:

„Ein Promotionsrecht für Fachhochschulen soll es nicht geben.“[9]

 


  1. http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/promotion-an-fachhochschulen-herr-prof-dr-fh-12856566.html 14.8.14
  2. http://www.zv.uni-leipzig.de/universitaet/profil/entwicklungen/amtliche-bekanntmachungen.html?modus=dok&dok_id=2255 Promotionsordnung der Fakultät für Mathematik und Informatik der Universität Leipzig
  3. https://www.epenportal.de/web/datapool/storage/files100474/Wahlprogramme/CDUSachsen_Regierungsprogramm_2014-2019.pdf
  4. http://www.dielinke-sachsen.de/uploads/media/641305_LinkeSXA_Langwahlprogramm_140514_1.pdf S. 24
  5. http://fdp.tec.ito-web.de/cms/wp-content/uploads/2014/05/Sachsenprogramm2020_Beschluss2014.pdf S. 18
  6. http://spd-sachsen.de/wp-content/uploads/2014/07/Regierungsprogramm_Langversion_07.07.14_klein.pdf S. 34
  7. http://www.gruene-sachsen.de/fileadmin/media/wahlen/2014ltw/programm/gruene-sn_programm-ltw2014.pdf S. 79
  8. http://www.npd-sachsen.de/wp-content/naweko/npd-wahlprogramm-sachsen/files/assets/common/downloads/Landtagswahlprogramm%20der%20NPD%20Sachsen.pdf
  9. http://afdsachsen.de/download/AfD_Programm_Lang.pdf S. 7