Saarland – Landtagswahl 2017 – Studienfinanzierung

Beschreibung:

Die Studienfinanzierung in Deutschland besteht aus verschiedenen Säulen: Unterstützung durch Eltern und Familie, eigener Verdienst, BAföG-Zuwendungen, Stipendien und Studienkredite.

Laut der Studie zur sozialen und wirtschaftlichen Situation der Studierenden in Deutschland ist die wichtigste Säule der Studienfinanzierung weiterhin die Eltern und Familie: 87% der Studierenden in der Gruppe Normalstudent (ledig, wohnt nicht bei den Eltern, befindet sich im Erststudium). Mehr als die Hälfte (63%) verdient sich neben dem Studium etwas dazu und 29% werden durch das BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) unterstützt. Jeweils 3% bekommen ein Stipendium oder finanzieren ihr Studium über einen Studienkredit der KfW.[1]

Jede dieser Finanzierungsmöglichkeiten hat Vor- und Nachteile. Die BAföG-Zuwendungen sind zum Teil Sozialleistungen und zum Teil Kredit. Sie müssen also anteilig bis zu einer maximalen Höhe von 10.000 € zurückgezahlt werden. Ob und wie viel BAföG-Zuwendungen jemand bekommt hängt auch maßgeblich von der finanziellen Situation der Eltern ab. Lange Zeit haben sich der Bundes und die Bundesländern die Kosten für das BAföG geteilt. Seit 2015 übernimmt der Bund die Kosten für das BAföG vollständig.

Stipendien und Bildungskredite sind dagegen elternunabhängig. Stipendien müssen nicht zurückgezahlt werden, allerdings muss man sich um ein Stipendium bewerben und die Kriterien der jeweiligen Vergabeinstitution (z.B. eine Stiftung oder die Hochschule) erfüllen.

Ein Aspekt bei der Finanzierung des Studiums ist die Frage nach Studiengebühren. Im Saarland gab es zwischen 2007 und 2010 Studiengebühren. Seit dem erheben die Hochschulen des Saarlandes keine allgemeinen Studiengebühren für das Erststudium.

 

Was die Parteien bezüglich Studiengebühren und Möglichkeiten zur Finanzierung des Studiums planen erfahrt ihr hier:

 

CDU:

Keine Aussage [2]

 

SPD:

„Studiengebühren dürfen nicht mehr eingeführt werden. Die Hochschulpolitik des 21. Jahrhunderts darf nicht mehr durch überkommene Instrumente vergangener Zeiten den Zugang breiter Bevölkerungsschichten zu hochwertiger Bildung verbauen. Studiengebühren lehnen wir grundsätzlich ab, da sie eine weitere Hürde für junge Menschen darstellen, ein Studium aufzunehmen.“ S. 24 [3]

 

Die Linke:

„DIE LINKE will gute, gebührenfreie und für alle zugängliche Bildung von der Krippe über Ausbildung und Studium bis zur Weiterbildung.“ S. 2

„DIE LINKE unterstützt die dringend notwendige BAföG-Reform. Eine Ausweitung des BAföG ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass mehr junge Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft ein Studium aufnehmen und erfolgreich abschließend können.“ S. 13 [4]

 

Piraten:

„Die Piratenpartei spricht sich gegen allgemeine Studiengebühren und für die Abschaffung von Langzeit- und Zweitstudiengebühren aus.“ [5]

 

Die Grünen:

„Durch die Abschaffung der Studiengebühren, die wir in unserer Regierungszeit durchgesetzt haben, ist ein wesentliches Ziel für mehr Bildungsgerechtigkeit erreicht worden.“ S. 39 [6]

 

FDP:

Keine Aussage [7]

 


  1. „Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2012“ 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch das HIS-Institut für Hochschulforschung, Herausgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2013
  2. http://www.cdu-saar.de/content/pages/284973.htm (Grundlage der Analyse ist das hier zum Download angebotene PDF „Zusammen. Weiter. Voran. – Zukunftsplan Saar – Für ein eigenständiges und starkes Saarland!“
  3.  https://www.spd-saar.de/wp-content/uploads/2017/03/SPD-Regierungsprogramm-2017_WEB_NEU.pdf
  4. http://www.dielinke-saar.de/fileadmin/Wahlkaempfe/Landtagswahl2017/LTW-Programm2017_text2.pdf
  5. https://piraten.saarland/project/wissenschaft/
  6. http://wahrheit.saarland/wp-content/uploads/2017/01/Wahlprogramm-2017-01-22_ABGESTIMMT.pdf
  7. https://www.fdp-saar.de/landtagswahl/wahlprogramm/