Saarland – Landtagswahl 2017 – Karriereperspektiven

Beschreibung

Mit der Frage „Was will ich eigentlich mal beruflich machen?“ setzen sich alle Studierenden früher oder später Mal auseinander.

In die Wissenschaft zu gehen ist für manche Studierenden eine faszinierende Perspektive. Doch wie sehen die Arbeitsumstände von angehenden und bereits etablierten Wissenschaftlern aus? Kurze Vertragslaufzeiten und eine schlechte Entlohnung für ein hohes Arbeitspensum sind die häufigsten Kritikpunkte. Die Gehälter sind im Vergleich mit einer Tätigkeit in der Wirtschaft gering und Arbeitsverträge, die teilweise nur über ein Semester laufen, lassen kaum Planungssicherheit zu.

Doch nicht jeder Absolvent möchte nach dem Abschluss weiter an der Hochschule arbeiten. Viele zieht es in die freie Wirtschaft. Einige Hochschulen pflegen gute Kontakte zu Unternehmen, sodass auch Studierende, die nicht weiterhin an der Hochschule arbeiten wollen, direkt eine Perspektive bekommen.

Ein anderer Weg ins Berufsleben zu starten ist, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Um Gründungen zu fördern, richten immer mehr Hochschulen Gründerzentren ein oder bauen ihre Technologietransferstellen aus.

Hochschulen haben also vielseitige Möglichkeiten ihren Studierenden Jobperspektiven zu bieten.

 

Aber was wollen die Parteien im Saarland machen, um die verschiedenen Karriereoptionen für Studierende attraktiver zu gestalten?

 

CDU:

„Daher spricht für eine verstärkte Etablierung von Elementen einer unternehmerischen Gründerkultur in der Bildungs- und Hochschulpolitik nicht nur das Ziel, die Gründerquote zu erhöhen; von einer verstärkten Vermittlung ökonomischer Kenntnisse können Spill-Over-Effekte generiert werden, von denen sowohl selbstständige Unternehmer als auch abhängig Beschäftigte im weiteren Erwerbsleben profitieren.“ S. 19

„Gleichzeitig unterstützen wir die Hochschulen in ihren erfolgreichen Aktivitäten Existenzgründungen zu fördern; so können sich KWT, Fitt und saaris hervorragend ergänzen, um junge Hochschulabsolventen, aber auch erfahrene Wissenschaftler oder Praktiker auf dem Weg zu innovativen Produkten und marktfähigen Dienstleistungen zu begleiten.“ S. 26 [1]

 

SPD:

„Er [ Der wissenschaftliche Mittelbau, Anm. d. Red.] trägt oft die Hauptlast bei der Betreuung und Durchführung von Tutorien für Studierende und soll gleichzeitig Sprungbrett zu einer universitären Berufslaufbahn sein. Um all dies dauerhaft gewährleisten zu können, müssen wir den Menschen gute und sichere Arbeitsplätze ohne andauernde zeitliche Befristungen bieten. Um motivierte Lehr- und Forschungskräfte dauerhaft an den Hochschulstandort Saar binden zu können, ist eine auskömmliche Entlohnung der in Forschung und Lehre tätigen Menschen entscheidend.“ S. 24 [2]

 

Die Linke:

„Für dauerhafte Aufgaben an den Hochschulen müssen auch Dauerstellen geschaffen werden können, um das Lehr- Und Forschungsangebot zu verbessern. Der prekären Beschäftigung auf dem Campus ist der Kampf anzusagen. Gute Arbeit in der Wissenschaft darf kein Schlagwort sein – dafür wird DIE LINKE sich einsetzen.“ S. 13 [3]

 

Piraten:

„Aus diesem Grund setzt sich die Piratenpartei für eine Umkehr der Entwicklung von befristeten zu unbefristeten Arbeitsverhältnisse ein. Die Hochschulen sollen nur noch in Ausnahmefällen befristete Arbeitsverträge abschließen, die Regelanstellung muss unbefristet erfolgen. Darüber hinaus sollen die Flächentarifverträge des öffentlichen Dienstes auf alle Beschäftigten ausgeweitet werden.“

„Die PIRATEN sprechen sich nachdrücklich für die Verbesserung der Juniorprofessur aus. Die Ernennung zum Juniorprofessor soll im Normalfall zunächst in Form einer Verbeamtung auf Widerruf erfolgen; die verlangte Lehrevaluation und auswärtige Begutachtung der Leistung in der Forschung sollen als Übernahmeprüfung das Dienstverhältnis des Beamten auf Widerruf beenden und zur Verbeamtung auf Lebenszeit führen (Tenure Track). Die Ausstattung an Personal- und Sachmitteln soll auf den Stand einer ordentlichen Professur aufgestockt werden, damit eigenständige Forschung schon von Juniorprofessuren geleistet werden kann. […]Die PIRATEN sehen die Habilitation als besondere Zusatzqualifikation an und befürworten sie, jedoch nicht als Voraussetzung für, sondern optional während der universitären Karriere.“ [4]

 

Die Grünen:

„Darüber hinaus wollen wir in den Kommunen die Bereitstellung von Flächen und Immobilien für Gründerzentren fördern, um die einseitige Ausrichtung der saarländischen Wirtschaft auf kraftstoffgetriebenen Fahrzeugbau zu verringern.“ S. 11

„Auch die Attraktivität des Arbeitsplatzes Hochschule muss gesteigert werden. Dies gilt für alle Arbeitsplätze in Lehre, Forschung und Verwaltung. Die Arbeitsbedingungen sind zu verbessern und den Beschäftigten muss über die zahlreichen befristeten Verträgen hinaus eine Perspektive gegeben werden. Insgesamt wollen wir den Anteil der befristeten Verträge verringern. Da Frauen in den Führungsgremien der Hochschulen immer noch unterrepräsentiert sind, ist insbesondere auf die familienfreundliche Ausgestaltung der Arbeitsverhältnisse zu achten. Zielvorstellung für uns bleibt die Geschlechterparität in Forschung, Lehre und Verwaltung.“ S.40 [5]

 

FDP:

„Wir wollen Existenzgründungen stärken: Wagniskapital, Stärkung der Gründungstätigkeit von Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen und aus dem Handwerk, Bürokratieabbau bis hin zur Erweiterung der Befreiung von der Kammerpflicht in den ersten Jahren nach der Existenzgründung.“ S.10 [6]

 


  1. http://www.cdu-saar.de/content/pages/284973.htm (Grundlage der Analyse ist das hier zum Download angebotene PDF „Zusammen. Weiter. Voran. – Zukunftsplan Saar – Für ein eigenständiges und starkes Saarland!“
  2. https://www.spd-saar.de/wp-content/uploads/2017/03/SPD-Regierungsprogramm-2017_WEB_NEU.pdf
  3. http://www.dielinke-saar.de/fileadmin/Wahlkaempfe/Landtagswahl2017/LTW-Programm2017_text2.pdf
  4. https://piraten.saarland/project/wissenschaft/
  5. http://wahrheit.saarland/wp-content/uploads/2017/01/Wahlprogramm-2017-01-22_ABGESTIMMT.pdf
  6. https://www.fdp-saar.de/landtagswahl/wahlprogramm/