Rheinland-Pfalz – Landtagswahl 2016 – Studium & Lehre

Beschreibung:

Die Bologna-Reform wurde zwar bereits 1999 in der gleichnamigen Stadt beschlossen, aber noch immer wird das Schlagwort „Bologna“ genutzt, wenn in der Politik über die Studiengestaltung und die Lehre an Hochschulen debattiert wird: ob die Ziele der Reform wie etwa eine internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse, bessere internationale Mobilität und der Bachelor als erster berufsqualifizierender Abschluss erreicht wurden. Umstritten ist beispielsweise die Frage, ob es für jeden Bachelorabsolventen einen Masterplatz geben soll.

Es werden auch viele grundlegende Diskussionen um Studien- und Lehrbedingungen an Hochschulen unter dem Decknamen der Bologna-Reform geführt. Hierzu gehören u.a. Prüfungsdichte, Auswahlmöglichkeiten und die Modernisierung der Lehrmethoden.

 

SPD:

„Wir wollen die guten Studienbedingungen und das Betreuungsverhältnis weiter verbessern.“ S. 13 [1]

 

 

CDU:

„Aus den Hochschulen heraus müssen neue Konzepte für das Hochschulstudium im 21. Jahrhundert entwickelt werden. Dazu zählt auch, dass wir den Hochschulen die Möglichkeit eröffnen, die Bachelor-und Masterstudiengänge konstruktiv weiterzuentwickeln, in dem sie die Möglichkeit bekommen, Überregulierungen dieser Studiengänge abzubauen. Unsere Ziele dabei sind Entschulung, Stärkung der Fachlichkeit sowie stärkere Durchlässigkeit und Mobilität.“ S. 21 [2]

 

 

Bündnis90/Die Grünen:

„Bei der Fortführung des Bolognaprozesses werden wir uns weiter am Leitbild eines selbstbestimmten Studiums orientieren und den offenen Übergang vom Bachelor- ins Masterstudium sicherstellen. Wir GRÜNE trauen Studierenden eine freie Gestaltung ihres Studiums zu. Deshalb wollen wir das Studium in Teilzeit und Interdisziplinarität stärken. Das gelingt beispielsweise durch die vereinfachte Anerkennung von Leistungen, welche in unterschiedlichen Studiengängen oder Hochschulen erbracht wurden. Außerdem müssen Anwesenheitspflichten drastisch reduziert und perspektivisch wieder komplett abgeschafft werden.“ S. 81/82 [3]

 

FDP:

„Livestreams statt Anwesenheitspflichten und überfüllter Hörsäle – auch das fördert die Vernetzung der Hochschulen.“ S.14

 

„Wir brauchen eine vorurteilsfreie Überprüfung, welche Folgen die Umsetzung des Bologna-Prozesses hat. Dies gilt für die Gliederung in die Bachelor- und Masterphase einzelner Studiengänge und das Verhältnis zwischen Universitäten und Fachhochschulen. Sicher ist, dass die Gliederung der Lehrerbildung in eine Bachelor- und Masterphase eine Fehlentscheidung war. Es war eine Illusion zu glauben, Studierende mit einem Bachelorabschluss als Lehrer/Lehrerin hätten eine erfolgreiche Berufsperspektive. Des Weiteren führt die sechssemestrige gemeinsame Ausbildung für alle zukünftigen Lehrer zu deutlichen Profil- und Qualitätsverlusten. Der Weg zum Einheitslehrer muss gestoppt werden.“ S.15 [4]

 

 

Die LINKE:

„Der Einheit von Forschung und Lehre kommt eine besondere Bedeutung für die Sicherung des kulturellen Grundwertes zu. Nicht zuletzt deshalb fordert DIE LINKE, neben der Stärkung der wissenschaftlichen Promotion, die vermehrte Wiedereinführung der international hoch angesehenen Magister- und Diplomabschlüsse. Die Masterabschlüsse in Rheinland-Pfalz sollen zugleich auch als Diplomabschlüsse ausgewiesen und anerkannt werden. Der Bolognaprozess kann uns muss in Zukunft anders ausgelegt werden. Für jeden Bachelorabsolventen muss es den Anspruch auf einen Studienplatz in einem konsekutiven Masterstudiengang geben.“ S. 26 [5]

 

„DIE LINKE in Rheinland-Pfalz fordert […] den Anspruch auf einen Studienplatz bis zum Master für alle Schulabgänger mit Abitur oder Fachabitur, eine Begrenzung der Wartezeit um gewünschten Studienfach auf höchstens sechs Semester“ S. 31

 

 

ALFA:

„ALFA steht für Exzellenz in Forschung und Lehre. Diese lässt sich an Kriterien festmachen wie z.B. die Berufung von international anerkannten Wissenschaftlern und regelmäßige international anerkannte Veröffentlichungen. So würde ein sehr beachtenswerter Ruf der Hochschulen zu einem gesteigerten Interesse von Studieninteressenten aus aller Welt entstehen. Dazu fordert ALFA, im Rahmen eines landesweiten Wettbewerbs um die besten Konzepte zwei Standorte im Land so auszustatten, dass sie in Deutschland und Europa in ausgewählten Studiengängen führend in der akademischen Ausbildung werden.“

[…]

„Die große Zahl an Bachelorstudiengängen führt zur Verwirrung und Verunsicherung von Studienanfängern. Ein klares Angebot einer begrenzten Anzahl von Diplomstudiengängen schafft Übersicht in dem undurchsichtigen Bachelor-Dickicht. Daher muss den Hochschulen freigestellt werden, Diplomstudiengänge anzubieten.“ S. 7 [6]

 


  1. http://www.spd-rlp.de/wp-content/uploads/2016/02/SPD-Regierungsprogramm.pdf S. 13(13.02.2016)
  2. http://www.cdurlp.de/sites/www.cdu-rlp.de/files/docs/regierungsprogramm_2016.pdf S. 21 (13.02.2016)
  3. http://gruene-rlp.de/userspace/RP/lv_rlp/Downloads/LTW-Programm_2016_web_final.pdf S. 81; S. 82(13.02.2016)
  4. http://www.fdp-rlp.de/sites/default/files/uploads/2015/12/16/ltwprogramm2016.pdf S. 14; S. 15 (13.02.2016)
  5. http://dielinke-rhlp.de/fileadmin/lv/galerie/2016/kampaLTW16/Langwahlprogramm_LTW16_final.pdf S. 26; S. 31(13.02.2016)
  6. http://alfa-bund.de/rheinland-pfalz/wp-content/uploads/sites/4/2015/12/Landeswahlprogramm-RLP-Kurz.pdf S. 7 (13.02.2016)