Nordrhein-Westfalen – Landtagswahl 2017 – Wohnraum

Beschreibung:

Viele junge Menschen beginnen ein Studium außerhalb ihrer Heimatstadt. Die Suche nach einer Wohnung in Hochschulnähe ist nicht einfach. Das Angebot an kurzfristig verfügbarem Wohnraum ist oft zu niedrig, die Mieten in den zentralen Lagen zu hoch und eine Besichtigung aus der Ferne zu vereinbaren schwierig. Viele Studierende möchten daher gerne in einem Studierendenwohnheim leben. In Deutschland werden die meisten Wohnheime von Studierendenwerken betrieben. Weitere Angebote werden durch kirchliche Trägerschaften sowie in manchen Fällen auch durch Stiftungen bereitgestellt. Die Nachfrage nach diesen Plätzen ist hoch und die Wartelisten sehr lang. Im Wintersemester 2015/2016 wohnten in Deutschland 12,9% Prozent aller Studierenden in Wohnheimen des Deutschen Studentenwerkes.

NRW liegt dabei deutlich über dem Bundesdurchschnitt. 2015 gab es für 15,33% der Studierenden einen Wohnheimplatz vom Studentenwerk. [1]

Das Geld für Studierendenwohnheime kommt von den Mitteln für den sozialen Wohnungsbau. Seit der letzten Föderalismusreform sind die Bundesländer für den sozialen Wohnungsbau verantwortlich. Der Bund zahlt noch bis 2019 Kompensationszahlungen an die Länder, die in den sozialen Wohnungsbau fließen sollen. Allerdings wird das Geld in einigen Ländern zweckentfremdet, um andere Haushaltlücken zu stopfen, so dass der soziale Wohnungsbau häufig auf der Strecke bleibt. Gleichzeitig steigen die Mieten in den Berlin für WG-Zimmer und kleine Wohnungen.

 

Wie wollen die Parteien in NRW mehr studentischen Wohnraum schaffen?

 

 

SPD:

„Wir werden uns dafür einsetzen, dass günstiger Wohnraum für Studierende auch zukünftig einen wichtigen Platz in der sozialen Wohnraumförderung einnimmt.“ S. 48 [2]

 

CDU:

„Wir wollen, dass Studierende in Nordrhein-Westfalen neben optimalen Lernbedingungen auch gute Lebensbedingungen am Campus vorfinden. Bezahlbarer Wohnraum, preiswerte und hochwertige Verpflegung, Hilfe bei der Finanzierung des Studiums und die Betreuung der eigenen Kleinkinder – Studierende in Nordrhein-Westfalen benötigen eine moderne soziale Hochschulinfrastruktur.“ S. 78/79 [3]

 

Grüne:

„Wir brauchen zudem ein Bündnis für studentisches Wohnen, an dem alle wichtigen Akteure beteiligt sind. Darüber hinaus bedarf es eines Sonderprogramms, um schnell den Bau von bezahlbarem Wohnraum für Studierende zu sichern. Der Bund muss hierzu einen Beitrag leisten. […] Wir wollen Sonderfonds einrichten für eine nachhaltige Sanierung der Studierendenwohnheime sowie für den Neubau an Orten, an denen besonderer Mangel an Wohnheimplätzen besteht. ” S. 137/138 [4]

 

FDP:

„Mithilfe des Wohnraumförderungsprogramms können sowohl Mietwohnungen, Wohnheimplätze, Studierenden- oder Flüchtlingsunterkünfte als auch Eigentumsmaßnahmen gefördert werden. Auf Grund der vielen Vorschriften und der überbordenden Bürokratie solcher Förderprojekte entsteht viel zu wenig bezahlbarer Wohnraum. Die Mittel des Wohnraumförderungsprogramms werden häufig erst gar nicht abgerufen. Hier ist eine Entschlackung dringend geboten.“ S. 22 [5]

 

Piraten:

Keine Aussage [6]

 

Die Linke:

„Der soziale Wohnungsbau war in den vergangenen Jahrzehnten fast immer Massenwohnungsbau im Rahmen von Großsiedlungen. Wir wollen einen anderen Weg gehen und architektonisch ansprechende Wohnungen für verschiedene Lebensentwürfe schaffen: Für Singles, für Familien jeglicher Art, für Wohngemeinschaften, für Ältere und Jüngere, in kleinen und großen Häusern, innerhalb und außerhalb der Innenstädte.“ S. 47

„Was tun?

[…]

  • Bezahlbaren Wohnraum für Studierende und Auszubildende schaffen“ S. 70 [7]

 


  1. https://www.studentenwerke.de/sites/default/files/studentenwerk_2015_2016_internet.pdf (17.4.17)
  2. https://www.nrwspd.de/wp-content/uploads/sites/2/2017/03/regierungsprogramm_der_nrwspd.pdf
  3. https://www.cdu-nrw.de/sites/default/files/media/docs/2017-04-01_regierungsprogramm_cdu_fuer_nrw_2017-2022.pdf
  4. https://gruene-nrw.de/dateien/wahlprogramm2017.pdf
  5. https://www.fdp.nrw/sites/default/files/2017-01/Landtagswahlprogramm.pdf
  6. https://smartgerecht.nrw/wp-content/uploads/2017/03/Wahlprogramm-Piratenpartei-NRW-Landtagswahl-2017-Online.pdf
  7. http://wahl2017.dielinke-nrw.de/fileadmin/_medien_/ltw2017/dateien/Landtagswahlprogramm_2017_Web_neu.pdf