Nordrhein-Westfalen – Landtagwahl 2017 – Infrastruktur

Beschreibung:

Die Ausstattung von Hochschulen beeinflusst den Alltag von Lehre und Forschung. Dabei geht es nicht nur um die bundesweit immer wieder kehrende Frage, ob die Räumlichkeiten wie Hörsäle, Seminar- und Laborräume oder Bibliotheksplätze noch den Studierendenzahlen angemessen sind.

Neben den Themen wie Sanierungsstau ist zunehmend auch die digitale Infrastruktur von großer Bedeutung. Organisationen wie die Hochschulrektorenkonferenz und das Centrum für Hochschulentwicklung haben das Hochschulforum Digitalisierung ins Leben gerufen und Thesen für Digitalisierung im Hochschulbereich aufgestellt. [1] Doch während bereits viele Optionen und Visionen gedanklich durchgespielt werden, hapert es doch in der Realität oft an den einfachen Dingen wie der Anzahl der Steckdosen oder einer ausreichenden Internetverbindung.

Wie wollen die Parteien in NRW die Infrastruktur an den Hochschulen verbessern?

 

 

SPD:

„Wir sorgen dafür, dass die Infrastruktur stimmt: Bis 2020 werden wir insgesamt über fünf Milliarden Euro in die Hochschulen und Unikliniken investiert haben. Das Hochschulbau-Konsolidierungsprogramm und das Sanierungs- und Modernisierungsprogramm für Universitätskliniken sorgen für die verlässliche Umsetzung vor Ort.“ S. 48

„Ebenso werden wir unsere Anstrengungen im Bereich Infrastruktur fortsetzen und die Mittel dafür bereitstellen, den baulichen und technischen Zustand der NRW-Hochschulen weiter zu modernisieren.“ S. 49 [2]

 

CDU:

„Daher werden wir die Hochschulen entsprechend unterstützen, zeitgemäße Software im Bereich ihrer Lernmanagementsysteme sowie ausreichend frei zugängliche Hardware anzuschaffen“ S. 77

„Wir wollen, dass Studierende in Nordrhein-Westfalen neben optimalen Lernbedingungen auch gute Lebensbedingungen am Campus vorfinden. Bezahlbarer Wohnraum, preiswerte und hochwertige Verpflegung, Hilfe bei der Finanzierung des Studiums und die Betreuung der eigenen Kleinkinder – Studierende in Nordrhein-Westfalen benötigen eine moderne soziale Hochschulinfrastruktur“ S. 78/79 [3]

 

Grüne:

„Wir wollen die „Infrastrukturen des Wissens“ unseres NRW-Wissenschafts- und Forschungssystems modernisieren und ausbauen, um die Bauten und die Ausstattung der NRW-Hochschulen allerorts auf die Höhe der Zeit zu bringen: von Hörsälen bis zu Bibliotheken, von den digitalen Infrastrukturen bis zur Studienplatzvergabe, von den Forschungsgeräten und „Core Facilities“ bis zu den Wohnheimplätzen. Dabei müssen ökologische Aspekte, innovative Raumkonzepte und Barrierefreiheit eine maßgebliche Rolle spielen. Dafür muss NRW endlich ausreichend und dauerhaft Mittel vom Bund erhalten.“ S. 135

„Wir wollen, dass die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung auch in der Lehre an den Hochschulen vollumfänglich genutzt werden, bei der Vor- und Nachbereitung sowie der Durchführung. Neben elektronischen Semesterapparaten gehören dazu auch Plattformen für E-Learning und für den Zugang zu freien Lern- und Lehrmaterialien (Open Educational Resources).“ S. 140

„An den Hochschulen ist bereits mit der Eduroam-Technologie ein flächendeckendes WLAN-Netz aufgebaut worden, das häufig auch außerhalb des Campus erreichbar ist. Wir GRÜNE wollen prüfen, ob dieses bisher Passwort-geschützte System für alle geöffnet werden kann. Zudem sollen Hochschulgebäude für die Anbringung leistungsstarker Freifunk-Router genutzt werden.“ S. 140 [4]

 

FDP:

„Des Weiteren soll auch die abgeschaffte Anwesenheitspflicht durch Live-Streams und verpflichtende Onlineangebote der Vorlesungsinhalte in die gelebte Praxis umgesetzt werden.“ S. 13

„Notwendig ist ein treffsicheres Sofortprogramm zur Verbesserung der digitalen Infrastruktur für den Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen.“ S. 15 [5]

 

Piraten:

„Bei entsprechender Nachfrage erhalten Studierende ein Recht darauf, Lehrveranstaltungen auch online abrufen zu können. Das Land unterstützt die Einrichtung von frei zugänglichen Online-Vorlesungsplattformen.“ S. 20

„Ziel ist es daher, innerhalb von 5 bis 10 Jahren alle Bibliotheken und Hochschulen vollständig auf digitale Literaturversorgung umzustellen. Wir unterstützen die deutschland- und europaweite Open-Access-Bewegung und das, in diesem Bereich bereits sehr engagierte und erfolgreiche, Hochschul- und Bibliothekspersonal. Forscher und Forscherinnen, die digital publizieren möchten, sollen in Zukunft landesweit beraten und finanziell gefördert werden“ S. 80 [6]

 

Die Linke:

„Wir setzen uns für eine Förderung von Open Access an Hochschulen in NRW ein. Das Land muss eine stringente Förderstrategie entwickeln und umsetzen.“ S. 117 [7]

 


  1. https://hochschulforumdigitalisierung.de/sites/default/files/dateien/HFD%20AP%20Nr%2014_Diskussionspapier.pdf  (17.4.17)
  2. https://www.nrwspd.de/wp-content/uploads/sites/2/2017/03/regierungsprogramm_der_nrwspd.pdf
  3. https://www.cdu-nrw.de/sites/default/files/media/docs/2017-04-01_regierungsprogramm_cdu_fuer_nrw_2017-2022.pdf
  4. https://gruene-nrw.de/dateien/wahlprogramm2017.pdf
  5. https://www.fdp.nrw/sites/default/files/2017-01/Landtagswahlprogramm.pdf
  6. https://smartgerecht.nrw/wp-content/uploads/2017/03/Wahlprogramm-Piratenpartei-NRW-Landtagswahl-2017-Online.pdf
  7. http://wahl2017.dielinke-nrw.de/fileadmin/_medien_/ltw2017/dateien/Landtagswahlprogramm_2017_Web_neu.pdf