Mecklenburg-Vorpommern – Landtagswahl 2016 – Studienfinanzierung

Beschreibung:

Die Studienfinanzierung in Deutschland besteht aus verschiedenen Säulen: Unterstützung durch Eltern und Familie, eigener Verdienst, BAföG-Zuwendungen, Stipendien und Studienkredite.

Laut der Studie zur sozialen und wirtschaftlichen Situation der Studierenden in Deutschland ist die wichtigste Säule der Studienfinanzierung weiterhin die Eltern und Familie: 87% der Studierenden in der Gruppe Normalstudent (ledig, wohnt nicht bei den Eltern, befindet sich im Erststudium). Mehr als die Hälfte (63%) verdient sich neben dem Studium etwas dazu und 29% werden durch das BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) unterstützt. Jeweils 3% bekommen ein Stipendium oder finanzieren ihr Studium über einen Studienkredit der KfW. [1]

Jede dieser Finanzierungsmöglichkeiten hat Vor- und Nachteile. Die BAföG-Zuwendungen sind zum Teil Sozialleistungen und zum Teil Kredit. Sie müssen also anteilig bis zu einer maximalen Höhe von 10.000 € zurückgezahlt werden. Ob und wie viel BAföG-Zuwendungen jemand bekommt hängt auch maßgeblich von der finanziellen Situation der Eltern ab. Stipendien und Bildungskredite sind dagegen elternunabhängig. Stipendien müssen nicht zurückgezahlt werden, allerdings muss man sich um ein Stipendium bewerben und die Kriterien der jeweiligen Vergabeinstitution (z.B. eine Stiftung oder die Hochschule) erfüllen.

Ein Aspekt bei der Finanzierung des Studiums ist die Frage nach Studiengebühren. In Mecklenburg-Vorpommern gab und gibt es keine allgemeinen Studiengebühren für das Erststudium, wie es zwischenzeitlich in anderen Bundesländern der Fall war.

 

Was die Parteien bezüglich Studiengebühren und Möglichkeiten zur Finanzierung des Studiums planen erfahrt ihr hier:

 

SPD:

„Mit uns wird es auch in Zukunft keine Studiengebühren in Mecklenburg-Vorpommern geben.“ S.29 [2]

 

CDU:

„Die CDU fordert daher, allein oder mit Dritten (Stiftungen o. Ä.) ein eigenes Stipendienprogramm für Erzieher sowie Grundschullehrer aufzulegen mit dem Ziel, über einen finanziellen Anreiz junge Männer zur Aufnahme einer entsprechenden Ausbildung bzw. eines entsprechenden Studiums zu bewegen.“ S.18

 

„Staatlich subventionierte Arztpraxen sowie ein Stipendienprogramm für Medizinstudenten, die sich verpflichten, als Landarzt zu praktizieren, sind sinnvolle Ideen, um die medizinische Versorgung sicherzustellen – gerade und insbesondere auch für Landeskinder.“ S. 23 [3]

 

DIE LINKE:

„Als LINKE lehnen wir Studiengebühren in jeder Form entschieden ab, da sie eine weitere Barriere darstellen und sozial ungerecht sind. Das gilt auch für die Verwaltungsgebühren, die aus unserer Sicht nichts anderes als versteckte Studiengebühren darstellen. DIE LINKE befürwortet die Einführung eines elternunabhängigen und bedarfsgerechten BaföGs, um allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zum Studium zu ermöglichen. Die Rückzahlung nach dem Studium darf keine Schuldenfalle werden.“ S.16

 

„Medizinstudentinnen und -studenten, die sich für eine Tätigkeit im ländlichen Raum entscheiden, wollen wir fördern. Hierbei zielen wir sowohl auf den Ausbau der Stipendienangebote – gegebenenfalls verbunden mit einer Landarztverpflichtung – als auch auf ein gezieltes Praktika-Programm während des Studiums ab.“ S.10 [4]

 

Bündnis90/Die Grünen:

„Wir wollen,

[…]

  • jede Forderung nach Einführung von Studiengebühren eine Absage erteilen.
  • die Verwaltungsgebühren für Studierende endlich abschaffen.“ S.28 [5]

 

NPD:

„Bildung darf keine Frage des Geldbeutels sein. Deshalb sind wir gegen Studiengebühren und für eine kostenfreie Betreuung bzw. Ausbildung von der Krippe bis zum Abschluss der beruflichen Qualifikation. Darüber hinaus ist die Möglichkeit einer staatlichen Elitenförderung für überdurchschnittlich Begabte unabhängig von den finanziellen Mitteln der Eltern einzuführen.“ [6]

 

FDP:

„Wir Freien Demokraten werden:

  • uns für ein Lehramtsstipendium stark machen, um den Lehrermangel in betroffenen Fächern zielgenau zu bekämpfen.“ S.13

„Wir Freien Demokraten werden:

  • uns über die Initiative zu einer umfassenden BAföG-Reform für ein elternunabhängiges BAföG einsetzen.
  • […]
  • uns dafür einsetzen, dass Hochschulen selbstständig über die Erhebung von nachgelagerten Studiengebühren entscheiden können.
  • […]
  • den erleichterten Zugang zu Stipendienangeboten ermöglichen.
  • […]
  • die Einführung eines Studienkontenmodells forcieren, das eine Studienzeit von vierzehn Semestern vorsieht. In dieser Zeit sind dann Studium, Promotionsstudium und Auslandssemester gebührenfrei.“ S.14/15 [7]

 

ALFA:

„Medizinern, die sich während des Studiums verpflichten, nach ihrer Ausbildung im ländlichen Raum zu arbeiten, sollen spezielle Stipendien zugutekommen.“ [8]

 


  1. „Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2012“ 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks durchgeführt durch das HIS-Institut für Hochschulforschung, Herausgeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2013
  2. http://spd-mecklenburg-vorpommern.de/wp-content/uploads/2016/05/Regierungsprogramm.pdf (07.08.2016)
  3. http://www.cdu-mecklenburg-vorpommern.de/fileadmin/ordner_redaktion/dokumente/wahlkampf/Heimat_im_Mittelpunkt_-_Das_Wahlprogramm_der_CDU_M-V.pdf (07.08.2016)
  4. https://www.originalsozial.de/fileadmin/dokumente_2016/Wahlkampf/Wahlprogramm_DIE_LINKE_2016b.pdf (07.08.2016)
  5. http://gruene-mv.de/userspace/MV/lv_mv/Layout/Einzelseiten/2015_ltwmv/programm/GRNMV_Lantagswahlprogramm.pdf (07.08.2016)

  6. http://www.npd-mv.de/?page_id=17288 (Anm. d. Red. Auf der Homepage der NPD Mecklenburg-Vorpommern war kein Programm eindeutig als Wahlprogramm zur Landtagswahl 2016 gekennzeichnet. Auf Nachfrage der Redaktion wurde nicht reagiert. Daher wurde das Aktionsprogramm herangezogen, da dies mit dem 28. Juli 2016 aktuellste Programm auf der Homepage ist.)
  7. http://partei.fdp-mv.de/app/download/10352499495/Wahlprogramm.pdf (07.08.2016)
  8. http://alfa-mv.de/parteiprogramm (07.08.2016)