Hamburg – Landtagswahl 2015 – Qualität der Lehre und Bologna Prozess

Beschreibung:

Die Bologna-Reform wurde zwar bereits 1999 in der gleichnamigen Stadt beschlossen, aber noch immer wird das Schlagwort „Bologna“ genutzt, wenn in der Politik über die Studiengestaltung und die Lehre an Hochschulen debattiert wird. Ob die Ziele der Reform wie etwa eine internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse, eine bessere internationale Mobilität und der Bachelor als erster berufsqualifizierender Abschluss erreicht wurden. Umstritten ist die Frage, ob es für alle Bachelorabsolventen einen Masterplatz geben soll.
Es werden auch viele grundlegende Diskussionen um Lehrbedingungen an Hochschulen unter dem Decknamen der Bologna-Reform geführt. Hierzu gehören überfüllte Seminare, zu wenig Auswahlmöglichkeiten und die Modernisierung der Lehrmethoden.

 

 

SPD:

„Eine sinnvolle Ausgestaltung der Studiengänge im Bachelor-Master-System sowie eine Qualitätssicherung der Lehre sind für ein erfolgreiches Studium unerlässlich. Die Reform des Bachelor-Master-Systems werden wir weiter vorantreiben. Qualität und Stellenwert der Lehre sind weiter zu verbessern. Die Masterkapazitäten sind so zu berechnen, dass für weiterstudierwillige Bachelor-Absolventen eine entsprechende Anzahl an master-Studienplätzen vorgehalten wird.

Die Lehre hat an den deutschen Hochschulen noch nicht den Stellenwert wie die mit zum Teil hohem Drittmittelaufkommen und Preisen verbundene Forschung. Die Verbesserung der Qualität von Bildung und Ausbildung der Studierenden muss für unsere Hochschulen eine hohe Priorität haben. Das Profil der Hamburger Hochschulen wird nicht nur von den Forschungsleistungen, sondern auch von der Exzellenz in der Lehre abhängen.“[1]

 

CDU:

„In einem Zukunftspakt für die Wissenschaft investieren wir in der kommenden Legislaturperiode zusätzliche 150 Millionen Euro, um die Qualität von Forschung und Lehre zu verbessern.“[2] S. 8

 

Bündnis 90/Die Grünen:

„Wir wollen die Betreuung im Studium verbessern und innovative Lehrkonzepte fördern. Zur guten Lehre gehören aber auch Selbstbestimmtheit und Wahlfreiheit. Wir begrüßen daher die Bestrebungen vieler Fachbereiche, bei dieser Reform nachzubessern und mehr Freiheit und Selbstbestimmung im Studium zu ermöglichen.

In vielen Fächern – wie z.B. den Lehramtsstudiengängen oder in Psychologie – ist der Bachelor nicht berufsqualifizierend. Besonders in solchen Fächern wollen wir für ausreichend Masterplätze sorgen. Außerdem wollen wir die Möglichkeit schaffen, „gebundene Studiengänge“ aus Bachelor und Master einzurichten.“[3]

 

FDP:

„Das Lehramtsstudium muss deshalb von Anfang an praxisnäher gestaltet werden. Schon im Bachelorstudium sollen daher verpflichtende Praktika im ersten Studienjahr integriert werden. Zusätzlich soll es verpflichtende Praktika im Rahmen des Programms „Lehrer im Betrieb“ geben.“ S. 10[4]

 

Die LINKE:

„Alle Einengungen im Studium müssen beseitigt werden, u.a. durch einen selektionsfreien Übergang vom Bachelor- zum Masterstudiengang und durch die Abschaffung von Zwangsexmatrikulation.“[5]

 

AfD:

„Im Rahmen des ideologisch-getriebenen „Bologna-Prozesses“ wurden in den letzten 10 Jahren fast alle akademischen Studiengänge und Abschlüsse auf „Bachelor“ und „Master“ umgestellt. In vielen Fällen sehnt man sich nach dem Humboldt´schen Ideal der Einheit von Forschung und Lehre zurück, das ein Vorbild für Universitäten weltweit war.

Die AfD fordert nur deshalb keine generelle Rückkehr zu den bewährten Studiengängen und Abschlüssen, weil dies erneut sehr aufwendig wäre. Die Entscheidung über die angebotenen Abschlüsse soll den Hochschulen überlassen bleiben.“[6]

 


  1. „Regierungsprogramm 2015-2020. Hamburg weiter vorn. Perspektiven für Wachstum und Zusammenhalt.“, Wahlprogramm zur Bürgerschaftswahl 2015, SPD Hamburg, S.48 http://www.spd-hamburg.de/scalableImageBlob/126100/data/spd-regierungsprogramm-2015-2020-data.pdf
  2. Hamburg kann mehr. Die wachsende Stadt gestalten – Chancen für alle in einer lebenswerten Stadt“ Wahlprogramm zur Bürgerschaftswahl 2015, CDU Landesverband Hamburg, S. 8 http://www.cduhamburg.de/wp-content/uploads/2014/12/CDU-Wahlprogramm2015.pdf
  3. „Unser Wahlprogramm. Mit GRÜN geht das“ Wahlprogramm zur Bürgerschaftswahl 2015, Bündnis 90/Die Grünen Landesverband Hamburg, S. 91 http://hamburg.gruene.de/sites/default/files/Wahlprogramm_Buescha2015_WEB.pdf
  4. „Das FDP Hamburg Wahlprogramm 2015. Hamburg gibt die Richtung vor.“ Wahlprogramm zur Bürgerschaftswahl 2015, Freie Demokratische Partei (FDP) Landesverband Hamburg, S.10,12 http://www.fdphamburg.de/wp-content/uploads/Wahlprogramm-FDP-Hamburg-2015.pdf
  5. „Für eine Politikwende – Hamburg für die Menschen und nicht für den Profit“ Wahlprogramm zur Bürgerschaftswahl 2015, DIE LINKE Hamburg, S.40 http://www.die-linke-hamburg.de/fileadmin/Wahlen_2015/Dokumente/DIE_LINKE_Hamburg_Wahlprogramm_2015.pdf
  6. „Wahlprogramm Bürgerschaftswahl 2015“, Wahlprogramm zur Bürgerschaftswahl 2015, Alternative für Deutschland, Landesverband Hamburg, S. 9 https://alternative-hamburg.de/wp-content/uploads/2014/12/B%C3%BCrgerschaftswahl-Programm-D.pdf