Berlin – Landtagswahl 2016 – Infrastruktur

Beschreibung:

Die Ausstattung von Hochschulen beeinflusst den Alltag von Lehre und Forschung. Dabei geht es nicht nur um die bundesweit immer wieder kehrende Frage, ob die Räumlichkeiten wie Hörsäle, Seminar- und Laborräume oder Bibliotheksplätze noch den Studierendenzahlen angemessen sind. In Berlin sind auch im letzten Jahr die Studierendenzahlen erneut gestiegen um 2,6%. Im Wintersemester 2015/2016 gab es in Berlin 175.651 Studierende.[1]

Neben den Themen wie Sanierungsstau ist zunehmend auch die digitale Infrastruktur von großer Bedeutung. Organisationen wie die Hochschulrektorenkonferenz und das Centrum für Hochschulentwicklung haben das Hochschulforum Digitalisierung ins Leben gerufen und Thesen für Digitalisierung im Hochschulbereich aufgestellt.[2] Doch während bereits viele Optionen und Visionen gedanklich durchgespielt werden, hapert es doch in der Realität oft an den einfachen Dingen wie der Anzahl der Steckdosen oder einer ausreichenden Internetverbindung.

 

Wie wollen die Parteien in Berlin die Infrastruktur an den Hochschulen verbessern?

 

 

SPD:

„Daher haben wir einen Investitionspakt Hochschulbau aufgelegt, der den Investitionsstau in den kommenden zehn Jahren abbauen wird. In dieser Zeit investieren wir rund zwei Milliarden Euro in die Infrastruktur. Wir schaffen so die Voraussetzungen für exzellente Forschung und exzellente Lehre. Falls erforderlich werden wir den Investitionspakt ausbauen.“ S.50

„An allen vier Standorten [Anm. d. Red., der Charité] wollen wir die bauliche Sanierung fortsetzen, die medizinische Versorgung auf hohem Niveau stärken, die exzellente Forschung unterstützen und anregen und den bundesweit vorbildlichen Modellstudiengang weiter stärken. Zugleich ist es aber auch notwendig, dass die Charité künftig wieder deutlich mehr Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte erfolgreich ausbildet.“ S.51 [3]

 

CDU:

„Bei ihrer städtebaulichen Weiterentwicklung haben wir vor allem den Universitätscampus City-West in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof Zoo im Blick. An diesem Standort wollen wir das Innovationspotenzial der anliegenden Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen bündeln und durch die Ansiedlung wissenschaftsaffiner Unternehmen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Unser Ziel ist ein lebendiger innerstädtischer Campus, was wir durch eine Durchmischung des Areals mit insbesondere studentischen Wohnungen erreichen werden.“ S.44

„Zu einem studentenfreundlichen Umfeld an den Universitäten gehören auch Bibliotheken, die ausreichend lange geöffnet sind. Derzeit hat keine der Berliner Hochschulbibliotheken länger als bis 24 Uhr geöffnet, anders als in vielen kleineren Universitätsstädten. Wir fordern daher, künftig mindestens eine Universitätsbibliothek, die die wesentlichen Fachbereiche abdeckt, rund um die Uhr geöffnet zu halten.“ S.81

„Den hohen Instandhaltungsstau an den Gebäuden wollen wir beseitigen. Hochschulquartiere sind auch als Elemente der Stadtentwicklung zu verstehen und zu attraktiven Standorten, Arbeits- und Lernorten zu entwickeln. Wir wollen den begonnenen baulichen Modernisierungsprozess der Charité konsequent fortsetzen und dabei die Ausgewogenheit der drei Hauptstandorte sicherstellen.“ S.81

„Eine leistungsstarke IT-Infrastruktur an den Berliner Hochschulen ist Voraussetzung, um etablierte Wissenschaftler und wissenschaftliche Nachwuchskräfte in dem besonders wachstumskräftigen Wirtschaftszweig Berlins – der Digitalisierung – unterstützen zu können. Wir wollen den Ausbau vorantreiben, um die Vernetzung und einen zügigen Technologie- und Know-how-Transfer zwischen Hochschulen, Forschungsinstituten und der digitalen Wirtschaft zu ermöglichen.“ S.83 [4]

 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Außerdem werden wir den enormen Investitionsstau bei den Gebäuden auflösen.“ S.17 [5]

 

DIE LINKE:

„Ebenso wie bereits für die Schulen ist auch für die Hochschulen ein langfristiges Bau- Sanierungsprogramm aufzulegen.“ S.76 [6]

 

PIRATEN:

Keine Aussage [7]

 

FDP:

Wir fordern eine solide Grundfinanzierung der Hochschulen für geeignete Rahmenbedingungen wie z.B. bessere Ausstattung, ausreichende Lehrveranstaltungen, gut ausgestattete Bibliotheken, angemessene Arbeitsplätze für Studierende und Tutoren. Die kontinuierliche Sanierung aller Standorte ist sinnvoll, sonst wächst der Kostenberg kontinuierlich.“ S.18

„So sollen für das Lehren und Lernen an den Hochschulen die Möglichkeiten des E-Learnings als Verbindung von Präsenzveranstaltungen und computergestützten Lehrangeboten verstärkt genutzt werden.

[…]

Um das Lernen individueller gestalten zu können, fordern wir, dass in der Hochschulstadt Berlin mindestens eine 24-Stunden-Bibliothek pro Universität eingerichtet wird, die an sieben Tagen in der Woche geöffnet hat.“ S.19

„Die universitären Aktivitäten der Charité werden wir in eine Medizinische Hochschule in öffentlicher Trägerschaft überführen. Dieser wollen wir mehr wissenschaftliche und wirtschaftliche Freiheit durch Zielvereinbarungen einräumen, die die bisherige Detailsteuerung ersetzen. Dazu wird die neue Medizinische Hochschule einen eigenständigen Hochschulvertrag erhalten.“ S.20 [8]

 

ALFA:

Keine Aussage [9]

 


  1. https://www.berlin.de/sen/bjw/service/presse/pressearchiv-2015/pressemitteilung.410427.php (07.08.2016)
  2. https://hochschulforumdigitalisierung.de/sites/default/files/dateien/HFD%20AP%20Nr%2014_Diskussionspapier.pdf (07.08.2016)
  3. https://www.spd.berlin/w/files/spd-2016-wahl/spd_wahlprogramm_lang_online.pdf (07.08.2016)
  4. http://cduberlin.de/image/inhalte/file/Wahlprogramm_final-Screen.pdf (07.08.2016)
  5. https://gruene.berlin/sites/gruene.berlin/files/b90g_berlin_vollprogramm2016.pdf (07.08.2016)
  6. http://www.die-linke-berlin.de/fileadmin/download/2016/wahlprogramm.pdf (07.08.2016)
  7. https://berlin.piratenpartei.de/wp-content/uploads/2016/06/wp_innen.pdf (07.08.2016)
  8. https://fdp-berlin.de/wp-content/uploads/2016/07/wahlprogramm_20161.pdf (07.08.2016)
  9. http://alfa-be.de/wahlprogramm-fuer-berlin/wp-content/uploads/sites/13/2016/04/Berliner-Wahlprogramm-2016-Version-1.0-2016-04-21.pdf (07.08.2016)